Gemeinde



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Die Kirchengemeinde in Pretzsch

630 Menschen in den Orten Pretzsch, Merschwitz, Sachau, Priesitz, sowie in Neu-und Alt-Körbin bilden die Evangelische Kirchengemeinde Pretzsch.
Pretzsch befindet sich am Rande der Elbaue und des Naturparks Dübener Heide. Im Jahr 2001 beging die Stadt ihr 1025jähriges Jubiläum der ersten Erwähnung und 350 Jahre Stadtrecht. Im Jahr 2002 feierte die Kirchengemeinde 350 Jahre Stadtkirche St. Nikolaus.
Unsere Gottesdienste finden in der Regel sonntags 9.00 Uhr statt. Darüber hinaus treffen sich Kinder in den Kinderkreisen 14 tägig dienstags, Konfirmanden montags, und monatlich ein Frauen -und Seniorengesprächskreis.


Was macht eine Kirchengemeinde wie unsere aus?

Sie gründet sich auf die Bibel, orientiert sich am Evangelium, glaubt, dass, der Geist Gottes in ihr wirkt. Wir verstehen uns als Teil der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft der Christen, mit der wir für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eintreten. Wir wollen ein Ort der Begegnung, der Solidarität, der Hilfe aber auch der Lebensfeste sein, wo man sich gegenseitig Mut macht, sich des gemeinsamen Auftrags vergewissert und sich in persönlichen Krisen nicht allein läst.


Liebe Leserinnen und Leser unseres neuen GEMEINDEBRIEFES!

    Ein gelbes Herz?! Das ist ja mal ganz was Neues! Außergewöhnlich! Absolut nicht „von der Stange“!

    Aber das gibt es doch gar nicht! In unserer Welt sind Herzen zumeist Rot: Frisch Verliebte malen sie auf  ihre Briefe oder fügen sie ihren elektronischen Nachrichten bei. Sie zieren die verschiedensten Autoaufkleber, mit denen Menschen bekunden, dass sie ein Herz für dies und  jenes  haben. Rote Herzen stehen für Liebe, Leben, Freude.

    In Gottes Augen sieht das Herz freilich noch einmal ganz anders aus. Nicht weil er farbenblind wäre oder alles nur in tristes Schwarz-Weiß einteilt. Aber: Er sieht die Dinge so, wie sie sind. Und unsere Herzen sind häufig schwarz und  hart wie ein Stein. Sie sollten lieben – Gott, unsern Schöpfer und die Geschöpfe neben uns! Unsere Herzen sollten fröhlich rot-pulsierend in beide Richtungen schlagen! Und sie tun es doch nicht. Wir hängen vor allem an uns selbst. Die Bibel beklagt das seit Adam und Eva immer wieder, und manchmal spüren wir das selbst und leiden darunter.

    Doch nun: Ein gelbes Herz, das das Bild von Ulrike Wilke-Müller dominiert?! Hat sie nicht anders gekonnt oder gewollt? Hat sie sich die sprichwörtliche „künstlerische Freiheit“ genommen? Nein! Sie musste so malen. Denn sie fasst ja ein Wort, eine Zusage Gottes in Farben. Sie gibt der Jahreslosung ein Gesicht. Sie predigt darüber mit Pinsel und Leinwand. In dem Bibelwort für unseren Weg durch das Jahr 2017 sagt Gott seinen Menschen: Es soll nicht bei Euren dunklen, harten Herzen bleiben. Ich will  ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein lebendiges Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. … Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen. (Hesekiel 36, 26-27+29a – Lutherübersetzung) „Ich will, ich will, ich will etwas ändern!“ – sagt Gott. Die Einheitsübersetzung, der offizielle Text der Jahres­losung 2017, bringt zum Ausdruck, dass Gott es nicht bei Absichtserklärungen belas­sen hat. Seinen Worten folgten und folgen stets Taten. Er ist der, der Menschenherzen verändert und erneuert – bis heute:                        Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

    Deshalb also: ein gelbes Herz! Ganz etwas Neues! Absolut außergewöhnlich! Ulrike Wilke-Müllers Jahreslosungsbild stellt es uns vor Augen und  lässt uns zugleich Zweierlei entdecken:  

 Zum einen, wie es zu einem solchen „sonnigen“ Herzen kommt:

·  Der Schlüssel dazu  ist das Kreuz – das Zeichen Jesu, des Sohnes Gottes, dessen Herz ungeteilt am Willen des himmlischen Vaters und an unserer Rettung  hängt. Himmlisch strahlend hell leuchtet sein Kreuz vor allem anderen. Es vertreibt alle dunkle Finsternis, verbindet mit seinem Längsbalken Himmel und Erde und umfängt mit seinem Querbalken die Welt

.·  Wo ein Mensch zu Christus findet und unter seinem Kreuz zur Ruhe kommt, da tut dieses „Schlüsselerlebnis“ das Herz dieses Menschen auf. Die Tür am Fuße des Kreuzes macht es deutlich: Durch Jesus werden wir neu offen für Gott und offen für die Menschen

und die Schöpfung um uns her. Alles Dunkel unserer Gottferne muss weichen. Neues, lichtes, fröhliches Leben wird möglich.

·  Das ist nie ein Programm oder etwas, das wir aus eigener Kraft und Anstrengung erreichen könnten. Das bleibt immer ein „Geschenk des Himmels“: Die Strahlen, die sich von links oben kommend über das Herz und das ganze Licht erstrecken, bringen es zum Ausdruck. Es ist ein Werk des dreieinigen Gottes (viele Dreiecke finden sich im Bild). Es beginnt durch Wasser und Geist in der Taufe und  ist getragen und verbürgt durch das Blut Jesu, das er für uns vergossen hat (das immer wieder von Weiß durchzogene Türkis-Blau und Rot im Hintergrund kann uns daran erinnern).

Daher kommt es zu so einzigartigen, von Gott bewegten, erneuerten Herzen.

Wir sehen auf dem Bild zum anderen aber auch, was diese Herzen ausmacht:

·  Wo Gott ein Menschenherz verändert, da werden Ketten gesprengt und Horizonte eröffnet (die vielen Querlinien im Bild können uns darauf hinweisen)! Da ist es möglich „Segel zu setzen“ und aufzubrechen zu anderen Ufern (der obere Teil des Bildes lädt zum Träumen ein und die vielen Dreiecke gewinnen eine zweite Bedeutung)!

·  Wo ein Mensch zu Jesus findet, da tut dieser Herr und Heiland nicht nur das Herz auf und  bleibt draußen vor der Tür, sondern er zieht selbst darin ein! Er macht es „zu seinem Tempel, seinem Haus“ (vergleiche Evangelisches Gesangbuch, Nr. 389). Er wohnt durch seinen Geist darin und  macht unsere Herzen fest – woran?  An Gottes Wort und Willen! Das gelbe Herz erinnert so, wie es gemalt ist, zugleich an die beiden Gesetzestafeln mit den 10 Geboten, die übereinander und nebeneinander liegen. Geballter Ausdruck für die wahre, vollkommene Liebe zu Gott und dem Nächsten.

·  Dieses herrliche „Veränderungs- und Erneuerungswerk“ Gottes ist nun schließlich und endlich nicht auf einen Schlag vollendet, sondern dauert ein Leben lang. Es beginnt unscheinbar  und  im Kleinen und doch sichtbar. Es ist wie ein Weizenkorn,  das in der Mitte des Herzens, im Schnittpunkt der „Tafeln“ auf  Ulrike Wilke-Müllers Bild bei intensiver Betrachtung  sichtbar  wird. Es schlägt vom Kreuz her Wurzeln, wächst und nimmt zu  und  bringt Frucht – in der Nähe zu Gott, im Bleiben an Jesus, als Werk des Heiligen Geistes. Der wird es auch vollenden, einst vor Gottes Thron, am Jüngsten Tag, wenn Gottes herrliche Ewigkeit beginnt, für alle, in deren Herzen Jesus Christus lebt.

Die Jahreslosung mit dem „gelben Herzen“, sie kann und will uns so nicht nur ein Jahres-, sondern  ein Lebensbegleiter werden: Zu viele „schwarze Herzen“ bevölkern noch diese Welt. Legen wir sie im Gebet immer wieder Gott ans Herz, der verspricht und  zusagt, sie durch seinen Geist in Christus zu erneuern, dass sie nicht verloren gehen. Suchen wir die Nähe Gottes  sonntags  wie alltags. Denn ER sagt ja stets aufs Neue zu uns: 

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Mit den besten Grüßen für ein gesegnetes, beherztes und begeistertes neues Jahr –        

                                    Ihr Pfarrer Christoph Krause