Aktuell zur Pfarrstelle Bad Schmiedeberg-Pretzsch

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und der uns hilft zu leben. (Hermann Hesse)

 

Liebe Gemeinden,

 

viele Christinnen und Christen beginnen den neuen Tag mit einem Losungswort. In diesem Jahr 2019 liegt bereits die 289. Ausgabe des kleinen Andachtsbüchleins der Herrnhuter Brüdergemeine vor. Natürlich sind die Herrnhuter Losungen inzwischen auch online abrufbar und laden so hoffentlich auch die jüngere Generation ein, sich immer wieder von Gottes Wort ansprechen zu lassen. Wer es nicht jeden Tag schafft, für den gibt es immerhin über fünfzig Wochensprüche, regelmäßig einen Monats-spruch und natürlich die Jahreslosung. Die Jahreslosung wird seit 1930 mit Weisheit und unter Gottes Geist ausgewählt.

 

Im noch jungen Jahr 2019 lautet die Jahreslosung:

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

Ein deutliches Wort, kurz und prägnant. Im Vordergrund steht weniger der von uns so oft gewünschte Zuspruch als vielmehr die konkrete Aufforderung. Gleich zwei Imperative unter sechs Wörtern: suche und jage. Natürlich sticht ebenso deutlich der „Frieden“ hervor. Mir wird schnell klar: Das mit dem Frieden, das ist keine leichte Sache. Frieden erfordert meine Aktivität, meine Anstrengung und meine Ausdauer. Der Frieden liegt nicht einfach auf der Straße, sondern er macht Mühe. Zugleich fühle ich mich vom Wort der Jahreslosung ermutigt. „Suche Frieden und jage ihm nach!“, das klingt sofort nach einer lohnenswerten Aufgabe und nach einem Vorhaben, das auch mir möglich ist. Ich selbst kann etwas für den Frieden tun. Vielleicht sollte ich nicht gleich mit dem Frieden in der großen Weltpolitik beginnen. Für ihn kann und will ich beten. Ich denke an den Frieden in meiner Familie, an meinem Arbeitsplatz, in meiner Gemeinde, gegenüber meinen Mitmenschen. Hier beginne ich damit, meinem Nächsten den Wunsch nach Frieden und den Willen zum Frieden zu unterstellen. Sie oder er teilt meine Sehnsucht nach Frieden. Ich will nicht Misstrauen säen, sondern suche und erwarte im Miteinander zuallererst den Frieden. Das eröffnet mir und uns eine segensreiche Begegnung.

 

Möge das Jahr 2019 für uns und für alle Menschen wieder mehr zu einem Jahr des Friedens werden. Werden auch wir dabei zu Friedensboten, die Jesus doch seligpreist: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt 5,9)     

 

Ihr Pfarrer Christoph Gramzow