Aktuell zur Pfarrstelle Bad Schmiedeberg-Pretzsch

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und der uns hilft zu leben. (Hermann Hesse)

 

 

Liebe Gemeinden,

 

obwohl wir noch mitten in der Passionszeit sind, stellt sich vielleicht bei dem einen oder anderen so langsam ein erstes österliches Gefühl ein. Mir jedenfalls geht es so. Möglicherweise hat das mit dem milden Märzwetter zu tun; vielleicht auch mit dem späten Ostertermin in diesem Jahr. Oder gar mit einer Osterhoffnung, die wir dringend brauchen. Da ist es nicht schlecht, dass ein Gemeindebrief, der etliche Wochen im Blick hat, seiner Zeit schon mal ein wenig voraussein kann.

 

Der aktuelle Gemeindebrief grüßt uns mit einem Osterbild, dem die Spuren der Passionszeit freilich noch deutlich anzusehen sind. „Im Licht der Auferstehung“ lautet der Titel der Darstellung von John Blankers. Eine kräftig strahlende Sonne geht auf, schickt sich an, alles zu ihren Füßen in ein neues Licht zu hüllen und die Schatten, die da hinter den Felswänden und unter den Bäumen noch liegen, in Kürze verschwinden zu lassen. Ich gewinne den Eindruck, je höher diese Sonne am Himmel aufsteigen wird, desto mehr wird das offene Grab am unteren Bildrand an Bedeutung verlieren. Es wird aber immer Teil des Bildes bleiben, denn mit ihm beginnt der österliche Weg, der zum Licht führt, ohne dass wir das Dahinter schon schauen könnten. Jesus ist den Weg von der Nacht des Grabes zum Morgen der Auferstehung gegangen. Er folgte unter Schmerzen dem Weg vom Tod zum Leben.

 

Wir finden auf unserem Bild niemanden, von dem die Ostergeschichten der Bibel erzählen: nicht die Frauen, nicht die Wachen, nicht den oder die Engel, nicht den Gärtner, keinen Jünger. Ob sie schon im Horizont des Bildes verschwunden sind, weil sie dem Weg nacheilten? Ich fühle mich auf den Weg gerufen, gehe gern den Weg vom Finstern ins Licht. Ich spüre, da beginnt am Ende des Weges, auf der anderen Seite des Berges mit seinen drei Kreuzen, hinter dem üppigen Hain etwas ganz Neues. Ich erlebe mich als eingeladen, den schmalen Weg zu betreten und dem anwachsenden Licht der Auferstehung entgegenzugehen. Warm, rötlich, unwiderstehlich erfasst mich das Licht dessen, der spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben.

 

Ihr Pfarrer Christoph Gramzow